Wer sind die Täter?

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Inhaltsverzeichnis

Kennzeichen der Täterpersönlichkeit

80 % der gemobbten Jungen werden von Jungen gemobbt
60 % der gemobbten Mädchen werden von anderen Mädchen gemobbt
Jungen bevorzugen physische Lösungsstrategien
Mädchen bevorzugen verbale Strategien ( Gerüchte, üble Nachrede/Intrigen …)

Quelle: Jannan, 2008

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Bei der Umsetzung gewaltpräventiver und -interventiver Maßnahmen an Schulen muss die 
Geschlechtsspezifik besonders beachtet werden. Vor allem Jungen gehören in den Fokus struktureller 
und methodischer Arbeit.

Täter zeigen häufig ein sehr impulsives Verhalten. (geringe Selbstkontrolle.)Die aggressive Durchsetzung ihrer eigenen Ziele steht im Vordergrund. Die Ausübung von Macht wird dabei oft als lustvoll empfunden und ist das wichtigste Verhaltensmotiv.

Mobber können potenzielle Schwächen beim Opfer leicht erkennen, zeigen jedoch wenig Empathie mit 
ihm. 
  • Sie sind sich ihrer eigenen »Stärke« bewusst. Tatsächlich sind sie körperlich im Mittel kräftiger als der Durchschnitt
  • Sie geben häufig an, dass sie das Opfer mit seinem Verhalten provoziert habe.
  • Sie haben häufig ein geringes Selbstwertgefühl (ein Merkmal, das auch Opfer besitzen!).
  • Ihr Repertoire an Konfliktlösungsstrategien ist eingeschränkt und unangemessen.
  • Durch das Mobbing können Täter auch einen instrumentellen Gewinn haben (z.B. Geld, Sachgegenstände).
  • In späteren Jahren haben sie eine deutlich höhere Gefährdung für sozialfeindliches, kriminelles Verhalten und Alkoholismus. Quelle: (Olweus 2002, S. 65)

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Ursachen für Täterverhalten

Im Elternhaus fehlt es an liebevoller Wärme und an Anteilnahme am Leben des Kindes. Machtbetonte Erziehungsmethoden sowie körperliche Gewalt durch die Eltern geben Täter häufig an das Opfer weiter.

Die Beobachtung von Gewalt zwischen den Eltern erhöht die Gewaltbereitschaft bei Kindern. Dieser Faktor kommt in Bevölkerungsgruppen mit Migrationshintergrund häufiger vor als in deutschstämmigen Familien.

Weitere Punkte:

  • »übertolerantes« Verhalten durch die Eltern
  • Fehlinterpretationen von eindeutig gewalttätigem Verhalten (z.B. »Jungs müssen auch mal austeilen dürfen«).
  • Aggressive Vorbilder, wenn sie positiv bewertet werden (die Bedeutung des Lehrerverhaltens für das Vorbildlernen ). Dies kann als »soziale Ansteckung« zum passiven Gewalttäter bzw. Mitläufer führen.

Gewalttätige Medien bewirken erwiesenermaßen vermindertes Mitleid mit dem Opfer, sind als Auslöser jedoch nicht eindeutig zu benennen

Quelle Olweus, Gewalt in der Schule, 1995 / Janan, Das Anti-Mobbing-Buch, 2008

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Eigene Grafk Mobbingwiki und Schueler-Mobbing

Konkrete Einflussfaktoren

Psychische Gewaltformen im Erziehungsumfeld ( Schule, Elternhaus )

   Alleinlassen in der Wohnung
   Anbinden oder Fesseln an Möbelstücken oder Heizkörpern
   Einsperren
   Töten eines geliebten Haustieres
   Ständige Beschimpfungen und Herabsetzungen
   Nicht mit dem Kinde sprechen, es nicht mit am Tisch essen lassen
   Miterlebenlassen ständiger Auseinandersetzungen zwischen den Eltern
   Miterlebenlassen der Trunksucht eines Elternteils
   Angstmachen
   Überfordern
   Ablehnen
   Das Selbstbewusstsein der Kinder beeinträchtigen
   Demütigen
   Liebesentzug
   Überbehütung
   Isolierung
   Emotionale Ausbeutung

Körperliche Gewaltformen, die in der Familie erfahren werden.

   * Schlagen mit der Hand oder mit Gegenständen, stumpfe Schläge
   * Kneifen, Kratzen, an den Haaren reißen
   * Treten, Würgen, Drosseln
   * Gewaltsames Füttern
   * Verbrennungen mit Zigaretten oder durch Pressen gegen Heizungen oder Ofenplatten
   * Verbrühungen
   * Fesseln
   * Schütteln
   * Brechen von Rippenknochen
   * Verrenkungen
   * Vergiften
   * Hungern oder Dursten lassen
   * Erbrochenes oder Kot essen lassen

Quelle: Bericht der Enquete Kommission: Kinder in Baden Württemberg S 127 ff (20MB/>600Seiten!!) Fundstelle: www.parlamentsspiegel.de DR 11/3919

Täter Typologie und Verhalten

1. Machtmobber Es handelt sich häufig um Personen, die auf Kosten des Opfers einen Machtgewinn erzielen möchten.

2. Neidmobber Das Opfer wird attackiert, weil es Eigenschaften hat, die man selber gerne hätte.

3. Angstmobber Das Opfer erinnert die Täter an eigene Unzulänglichkeiten, bedroht ihr Selbstwertgefühl.

4. Lustmobber Diesen macht es einfach Spaß, andere zu schikanieren, zu intrigieren und für Aufregung zu sorgen.

5. Hühnerhofmobber Gruppen neigen zur Aufstellung von Hackordnungen. Das ist bei Hühner nicht anders als beim Menschen.

6. Herdenmobber Als soziales Wesen möchte der Mensch zu einer Gruppe gehören. Um dazuzugehören, schließt man sich mehr oder weniger unbewußt einer Gruppennorm an.

7. Der "edle" Mobber Dieser fühlt sich "edel", "hilfreich" und "gut". Diesem Mobbertyp begegnet man besonders oft in helfenden Berufen, im Gesundheitswesen und im pädagogischen Bereich.

Quelle: Drutschmann

Verhaltensmuster von Mobbern

  • 1. Der "freundliche" Mobber: Chronische Mobber sind nicht selten charmant und freundlich. Man traut ihnen Gemeinheiten nicht zu.
  • 2. Der "korrekte" Mobber: Das Verhalten wirkt formal, durchaus höflich.
  • 3. Der Emotionstechniker:Viele Mobber spielen geschickt auf der Klaviatur der Emotionen. Dabei wird z.B. der Eindruck erweckt, das Opfer sei böse, der Täter und andere sind gut (Spaltung).
  • 4. Der Verrücktmacher: Hier gibt es zwei Ansätze: a) Man kann machen, was man will, es ist auf jeden Fall falsch. b) Der Täter ist unberechenbar. Heute schikaniert er das Opfer, am nächsten Tag ist er freundlich, scheinbar verständnisvoll.
  • 5. Der offene Mobber: Dieser macht keinen Hehl aus seinen Absichten. Mitunter kündigen sie sich sogar als Täter an: "Ich bin hier, um den D. abzuschießen".
  • 6. Der "betroffene" Mobber: Dieser glaubt wirklich daran, dass das Opfer böse ist. Erkennbar sind sie daran, dass sie bereits bei der ersten Begegnung Ängste und Vorurteile dem Opfer gegenüber zeigen.

Handlungskonsequenzen

1. Klare Grenzen setzen und auf Grenzverletzungen angemessen reagieren
2. Konfliktlösung ohne auf Macht beruhende Gewaltausübung ( Fortsetzung des elterlichen  
   Erziehungsstils-> wirkungslos)
3. Keine persönlichen Verletzungen

Weiterführende Informationen

Schueler
Wer sind die Täter?
Wer sind die Opfer?
Täter-Opfer-Vergleich
Abwehrmaßnahmen der Opfer

Literaturliste

Olweus, Dan Gewalt in der Schule. Was Lehrer und Eltern wissen sollten - und tun können (Broschiert) , Huber, Bern 2006

Jannan, Mustafa Das Anti-Mobbing-Buch. Gewalt an der Schule vorbeugen Beltz Weinheim 2008

EBOOK Mobbe und Herrsche

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