Schueler
Aus Mobbing-Wiki
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Hast Du Dir auch schon solche Fragen gestellt ?
Warum ich?
Du bist der einzige Schüler in deiner Klasse, der gemobbt wirst und fragst dich, warum das so ist? In den allermeisten Fällen gibt es dafür keine Erklärung. Es ist reine Willkür, dass du der Auserwählte bist. Wer mobben will, findet immer einen Grund zum Mobben.
Bin ich schuld?
Nein. Für die Mobber gibt es immer irgend einen Grund und der hat oft gar nichts mit dir zu tun. Der Auslöser kann ein Streit über eine Kleinigkeit sein, der eskaliert ist.
Warum hilft mir niemand?
- Schüler wissen erst mal gar nicht was Mobbing ist und sehen deswegen auch keinen Grund dir zu helfen.
- Viele deiner Freunde haben vielleicht selbst Angst gemobbt zu werden, wenn sie dir helfen.
- Redet miteinander oder holt euch Hilfe in den Foren von www.schueler-mobbing.de oder www.schueler-gegen-mobbing.de
Muss ich mich verändern?
Auf keinen Fall! Wenn du dich veränderst, sehen deine Mobber, dass sie alles mit dir machen können.
Was läuft beim Mobbing falsch?
Mobbing wird verharmlost, heruntergespielt, ignoriert. Die Öffentlichkeit leht Mobbing ab und sieht weg!
Es gibt viel zu wenig Aufklärung über Mobbing und dessen Folgen. Kaum jemand weist die Täter in Schranken, denn noch ist es keine Straftat.
Kann ich Mobbing verhindern?
Leider nicht. Die Täter können immer ein Opfer finden. Man kann sich zwar wehren, Mobbing aber nicht vorbeugen. Allerdings könnte Prävention selbst "potenziellen Tätern" zeigen, dass Mobbing wirklich schlimm ist. Das wäre z.B. eine wünschenswerte pädagogische Aufgabe von Schulen.
Wer kann mir helfen?
Eigentlich jeder. Such dir Verbündete, die dich unterstützen können und wollen. Vor allem Lehrer sind gut dazu geeignet, gegen das Mobbing an Schulen etwas zu unternehmen. Wenn du gar niemand hast, dem du vertauen kannst, dann poste in den Foren von Schueler-Mobbing und Schueler-gegen-Mobbing.
Was kann ich persönlich tun?
Wie verhalte ich mich, wenn etwas passiert?
Vorausschauend Denken und Handeln: So, wie man sich im Straßenverkehr die Fähigkeit antrainiert hat, nicht Opfer eines Unfalls zu werden, so kann man in Rollenspielen auch üben, kein Opfer eines (gewaltkriminellen) Angriffs zu werden. Wichtig dabei ist der Überraschungseffekt: den Täter mit unüblichem Verhalten aus seinem Konzept bringen.
Dazu dienen folgende Tips: Reagiere auf Gefahrensituationen sofort:
* Warte nicht so lange, bis aus einer Belästigung (durch Worte) eine Gewalttat wird.
* Entferne dich von dem, der dich belästigt.
* vermeide jeden Körperkontakt und
* mache die Gefahrensituation sofort öffentlich.
* weise andere Personen auf deine Situation hin: "Der Mann/Mitschüler belästigt mich, ich fühle
mich bedroht".
Jetzt sind auch Andere (Zeugen) vorgewarnt, und der Täter überdenkt sein Verhalten neu: In der Regel kommt er zu dem Schluß, daß es zu riskant für ihn ist, sein gewalttätiges Vorhaben umzusetzen, da mit Widerständen zu rechnen ist, und er tritt den Rückzug an.
* Bleibe sachlich und fordere den Täter nicht heraus, das könnte die Situation verschlimmern. * Schaue ihm in die Augen, versuche mit ihm zu reden. * Wenn er sich auf ein Gespräch einläßt: Höre dem Täter ruhig zu, mache dann aber energisch klar, dass er dich in Ruhe zu lassen hat. * Wichtig: Werte ihn nicht als Person ab - also: keine Beleidigungen! * Schreie laut - möglichst nicht "Hilfe", Kreischen ist besser, es macht den Täter eher mürbe. * Fordere von anderen konkret Hilfe ein und sage, was getan werden soll. * Meide die Plätze an denen die Angrfiffe passieren. Wenn ein Ausweichen nicht möglich ist, dann sorge dafür, dass sich dort vertraute Personen aufhalten. * Versuche nicht, dich durch Süßigkeiten oder andere Geschenke von den Attacken „freizukaufen“.
Darüber kannst Du nachdenken
Obwohl es bestimmte Persönlichkeitsmerkmale für Opfer gibt, heißt das nicht, dass jeder Schüler mit diesen Merkmalen automatisch Opfer wird. Ob ein Schüler also
- Markenklamotten trägt oder nicht
- Dick oder dünn ist
- Eine Zahnspange, eine Brille trägt
- Besonders kurze oder lange Haar hat
erhöhen in keiner Weise das Mobbingrisiko.
Opfer haben grundsätzlich keine Schuld. Opfer kann im Prinzip jeder werden !
Manche Menschen schämen sich dafür, Opfer geworden zu sein. Opfer zu sein ist nicht peinlich! Also verschweige nicht, was dir angetan wurde, sondern sprich mit deinen Eltern, Lehrern oder guten Freundinnen und Freunden darüber .
Bitte deine Lehrer um Hilfe. Je nach Situation wende dich an die Polizei.
Wenn du abwartest verschlimmert sich deine Situation. Es geht nicht vorbei, es hört nicht auf. Es hört dann auf, wenn du etwas unternimmst.
Weitere Hilfen findest du hier: http://www.mobbing-help-desk.de/
Was können Mitschüler tun?
- sich vor das Opfer stellen und den Mobbern klarmachen, dass Mobbing in der Klasse stört
- Verbündete unter den MitschülernInnen suchen, um mit ihnen gemeinsam gegen das Mobbing vorzugehen
- mit einem Lehrer - dem man vertraut - darüber reden, dass in der Klasse ein(e) SchülerIn gemobbt wird und ihn um Hilfe bitten
- mit den Eltern über die Situation in der Klasse sprechen
- in der Verfügungsstunde die Vorgänge offen zur Sprache bringen, ohne dabei Einzelne anzugreifen
Weiterführende Links
Abwehrmaßnahmen der Opfer
Wer sind die Opfer?
Wer sind die Täter?
Täter-Opfer-Vergleich
Literaturliste
Olweus, Dan Gewalt in der Schule. Was Lehrer und Eltern wissen sollten - und tun können (Broschiert) , Huber, Bern 2006
Jannan, Mustafa Das Anti-Mobbing-Buch. Gewalt an der Schule vorbeugen Beltz Weinheim 2008
Dambach, Karl E. (2002): Mobbing in der Schulklasse. 2. Aufl. S. 74-112
Kasper, Horst (1998): Mobbing in der Schule. Probleme annehmen, Konflikte lösen. 2. Aufl. S. 193-246
Schallenberg, Frank (2004): Ernstfall Kindermobbing. Das können Eltern und Schule tun.

