Aktives Zuhören
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Was ist Aktives Zuhören?
Beim Aktiven Zuhören gibt der Zuhörer zu erkennen, dass er sich auf den anderen einlässt. Aktives Zuhören bedeutet, eine positive Beziehungsebene zu dem Gesprächspartner aufzubauen. Der Zuhörer fühlt (denkt) sich in den anderen ein und bestätigt dessen Aussagen durch kurze Feedbackschleifen.
Nutzen von Atkivem Zuhören
Aktives Zuhören steigert die
- Informationsaufnahme,
- Informationsverarbeitung
- Informationsvertiefung
Die vier Arten von Zuhören
1. HÖREN
Hören ist eine biologische Funktion. Ein Mensch kann automatisch hören, solange er nicht mit dem Sinnesorgan behindert ist.
2. HINHÖREN bzw. ZUHÖREN
Aufnehmen, was der andere sagt, ohne sich zu bemühen herauszufinden, was er meint oder sagen will. Auf den Inhalt achten, nicht auf die Gefühlslage Sachlich, distanziert, gefühlsmäßig unbeteiligt Gefahr: Sprechende könnte meinen, ihnen wird ernsthaft zugehört
3. BESTÄTIGENDES ZUHÖREN
Aufnehmen und Bestätigen, bzw. zum Weitersprechen ermutigen Informationen sammeln ohne ausführlich Feedback zu geben; dadurch keine Kontrollmöglichkeit, ob alles richtig verstanden wurde
4. AKTIVES ZUHÖREN
- Sich in den anderen hineinversetzen
- Dem Sprecher die volle Aufmerksamkeit schenken
- Auf Bemerkungen achten
- Die Gefühlslage des anderen erspüren
- Auf Inhalt und Körpersprache achten
- Paraphrasieren: Das gegenseitige Verstehen durch Rückmeldungen und
- Zusammenfassen fördern
- Synthese: Gedanken und Themen des Sprechers zu einem Hauptthema zusammenfassen und verschmelzen
- Bilden von Kernaussagen
Aktives Zuhören ist der Versuch durch Hineinversetzen in den anderen und durch Rückmeldungen herauszufinden, was der andere wirklich meint und sagen will.
Durch Zusammenfassen und wiederholen des Erzählten („Paraphrasieren“) wird der Informationsaustausch überprüft und führt damit zu wirklichem Verständnis.
Voraussetzungen:
- Man muss den Willen haben zu hören, was ein anderer zu sagen hat.
- Man muss den Willen haben, den anderen behilflich zu sein.
- Man muss die Gefühle des anderen akzeptieren. Auch wenn sie diese nicht verstehen oder als unangenehm empfinden.
„Methoden“ für Aktives Zuhören
Störungen ignorieren! Ich fasse den bewussten Entschluss, die gesamte Aufmerksamkeit auf den vorliegenden Stoff/Lernstoff/Thema/Gespräch zu konzentrieren.
Später Urteilen! Ich konzentriere mich auf den Inhalt statt auf den Stil oder die Art des Gesprächs auch wenn mich die Stimme, die Gestik oder sonst etwas stört.
Blickkontakt und Körperhaltung! Ich halte Blickkontakt. Meine Körperhaltung, auch wenn sie bewusst eingenommen ist, wirkt auf meinen eigenen inneren Zustand
Wiederholen des Gehörten! Ich verringere die Gefahr von Missverständnissen, wenn ich jedem Sprecher aufmerksam zuhöre und anschließend seine wichtigsten Punkte zusammenfasse, bevor überhaupt der eigene Diskussionsbeitrag geleistet wird.
Die andere Seite sehen! Bei jeder Art von Vorträgen/Gesprächen stelle ich die persönliche Meinung oder ein vorgefasstes Urteil zurück.
Nicht unterbrechen! Um den Grad der Aufmerksamkeit beurteilen zu können, sollte man sich von Zeit zu Zeit fragen: "Höre ich wirklich zu, oder warte ich nur auf eine Gelegenheit, das Wort zu ergreifen?" Wenn man tatsächlich nur darauf wartet, den Sprecher zu unterbrechen, hat man womöglich ein Urteil bereits gefällt und will unter Umständen gar nicht mehr zuhören.
Weiterführende Informationen
Menschliche Kommunikation nach Watzlawik
Kommunikationspsychologische Erkenntnisse für das Konfliktgespräch
Literatur
Watzlawik, Paul Menschliche Kommunikation: Formen, Störungen, Paradoxien Huber, Bern; Auflage: 11., unveränd. A. (April 2007)
Schulz von Thun Miteinander reden, Bd. 1: Störungen und Klärungen.: Störungen und Klärungen. Allgemeine Psychologie der Kommunikation Rowohlt Tb ( 1983)
Schulz von Thun Miteinander reden 1-3: Störungen und Klärungen. Allgemeine Psychologie der Kommunikation. Stile, Werte und Persönlichkeitsentwicklung. Differentielle Psychologie ... Person, Situation Rowohlt 2008
Schulz von Thun Miteinander reden. Kommunikationspsychologie für Führungskräfte: Miteinander reden: Praxis Rowohlt 2003
Carl R. Rogers Die klientenzentrierte Gesprächspsychotherapie (Broschiert) Fischer Taschenbücher Allgemeine Reihe 2005

